Archiv für das Tag 'Form'

Was hat das alte chinesische Legespiel Tangram nun mit Webdesign, Gestaltung und Kommunikation zu tun? Gute Frage! Zunächst natürlich nichts oder nicht viel; auf den zweiten Blick jedoch einiges …

 

Vielleicht hilft uns dies weiter: Der Legende nach beauftragte ein Mönch einst seinen Schüler, zu reisen, um die Essenz der vielfältigen Schönheit der Welt auf nur eine Keramiktafel zu malen. Unglücklicherweise zerbrach die Tafel in sieben Teile, und der Schüler konnte sie nicht mehr zu einem Viereck zusammenlegen. Er versuchte es tagelang. Unendlich viele Muster und Bilder entstanden. Am Ende verstand der Schüler: Er muss nicht in die Welt hinaus reisen. Er kann die Schönheit und Vielfalt der Welt ganz einfach in den sieben Teilen der zerbrochenen Tafel wiederfinden.

 

Ähnlich wie der Schüler können auch wir die sieben Teile des Tangram nutzen, um uns die Schönheit und Vielfalt der Welt "nachzubauen". Die einfachen, geometrischen Grundformen Dreieck, Quadrat und Parallelogramm sind ideal geeignet, um vieles und vielfältiges darzustellen, sie eignen sich zum Experimentieren und Ausprobieren und liefern immer wieder erstaunliche und interessante Ergebnisse, die sich z.B. für die Gestaltung von grafischem Material eignen oder als Grundlage für ein Webdesign dienen können. Kurzum, das Spiel mit dem kleinen Puzzle hilft unserer gestalterischen Fantasie auf die Sprünge – und wenn nicht, dann bietet es zumindest eine gewisse Ablenkung im Büro-Alltag … mir jedenfalls haben die sieben Holzteile auf meinem Schreibtisch geholfen, die zündende Idee zu meinem kleinen Folder zu finden, in welchem ich mein Angebotsspektrum vorstelle … das nenne ich doch mal spielerisch die Arbeit erledigen!

 

Oliver Wick

Reform!

…so Titel und quasi Motto des aktuell erschienenen Halbjahresprogramm der Typografischen Gesellschaft München e.V. (TGM).

In Zeiten der Krise passt dieses Thema ja nun besonders gut, verspricht es doch, mit Altem zu brechen, Neues einzuführen und überhaupt, alles wird besser, oder zumindest neuer, anders…

Wie hat man sich aber nun eine Reform in der Typografie vorzustellen? Wird auch hier alles neu? Bisherige Leitsätze über Bord geworfen, Gesetzmäßigkeiten aktualisiert, Gestaltung neu definiert? Gabriele Werner erklärt die Titel- und Mottowahl im einleitenden Teil des Programmhefts treffend so: "Nicht um Visionen geht es, es geht um Wirklichkeit. Form braucht Reform." Und so ist auch der Anteil der Typografie am Weltgeschehen gut und richtig definiert: Es geht darum, die Zukunft zu gestalten! Immer wieder neu, immer wieder anders, immer wieder am Zahn der Zeit.

Eine Fülle spannender und interessanter Angebote findet sich im Programm-Heft.
Auch online.

Oliver Wick

Die Form prägt den ersten Eindruck

… und deshalb ist sie natürlich besonders wichtig. Form und optische Gestaltung einer Webseite tragen nicht unmaßgeblich dazu bei, dass die Seite Beachtung findet und letztlich als gute Seite bezeichnet wird.

Eine professionelle Gestaltung zeichnet sich v.a. dadurch aus, dass Weniger oft mehr ist:

  • nicht bunt und knallig,
  • nicht flackernd und bewegend,
  • nicht reißerisch und großspurig

Vielmehr sollte die Seite einen seriösen und professionellen Eindruck machen und natürlich zu Ihrem Unternehmen passen. 

D.h. in Einzelnen:

  • Die CI bzw. das CD der Einrichtung muss beibehalten werden
  • Bild und Text sollte in einem ausgewogenen, dem Inhalt angepassten Verhältnis stehen
  • Jede Seite sollte den gleichen Aufbau und das gleiche Layout aufweisen
  • Die verwendete Schriftart sollte am Bildschirm gut lesbar und ausreichend groß sein
  • Durch eine ansprechende Gestaltung sollte der Nutzer neugierig gemacht werden
  • Die Seite sollte möglichst individuell gestaltet sein
  • Eine möglichst originelle Umsetzung ist dabei hilfreich

Noch ein Punkt als Idee zur Gestaltung:

Ein Favicon (aus dem Englischen für favourite Icon, also sowas wie Lieblings-Symbol) ist ein wenige Pixel (genau 16 x 16 Pixel) großes Bildchen, welches in der Adresszeile des Browsers, links neben der Webadresse angezeigt wird. Speichert der Besucher Ihre Homepage in den Lesezeichen oder Favoriten, so wird das Favicon dort auch angezeigt und erleichtert somit die Orientierung – und bietet nebenbei ein nettes kleines Erkennungsmerkmal für Ihre Einrichtung. Bitten Sie doch Ihren Webdesigner, ein solches Favicon für Sie zu entwerfen und einzubauen. 

Oliver Wick

form follows function

Der Gestaltungsleitsatz "Form folgt  Funktion" (FFF) kommt eigentlich aus der Architektur, wird aber oftmals auch für Design und Gestaltung verwendet, und das zurecht. Natürlich ist es prima, wenn eine Publikation – sei sie nun on- oder offline – hübsch aussieht und eine vollendete Form aufweist, wenn jedoch der Inhalt nicht wirklich etwas hergibt, ist die ganze gute Form umsonst.

Andererseits muss natürlich auch gelten: der Inhalt kann noch so toll, wichtig und richtig sein, wenn er in grauenhafter Optik daherkommt, wird ihn auch kaum jemand lesen, geschweige denn wirklich aufnehmen.

Beides ist also wichtig, die Reihenfolge der Wichtigkeit gibt FFF wieder. Dass es sich bei Form und Funktion um zwei [unterschiedliche] Dinge handelt, ist natürlich klar, dass diese Trennung jedoch im Web 2.0 eine neue Dimension entwickelt, bedarf vielleicht einer kleinen Erklärung:

Wird auf statischen, vorwiegend auf html basierenden Webseiten Form und Inhalt quasi "in einem erstellt", setzen moderne, dynamische Seiten auf eine strikte Trennung: der Inhalt landet in einer Datenbank, in der keinerlei Wert auf die Darstellung gelegt wird, Text wird ohne jegliche Formatierung gespeichert, Bilder und grafisches Material wird als Datei angehängt und nur der Link zu diesen Dateien wird erfasst. Die Form wird seperat erstellt und meist mittels CSS festgelegt. Diese sog. Cascading Style Sheets, am besten übersetzt mit der etwas sperrigen Begriffkombination "aufeinander aufbauende ‘Form’-Blätter", geben jedweden Inhalt in der vordefinierten Form wieder. Die revolutionäre Folge: derjenige, der den Inhalt eingibt, braucht keinerlei Computer-Kenntnisse, muss sich nicht um gestalterische Aspekte kümmern und kann sich voll und ganz auf den Inhalt konzentrieren. Nachdem er auf den Speicherbutton drückt, steht alles – wie von Zauberhand – ordentlich und in der gewünschten Weise dargestellt, online.

Es ist also mittels dieser Trennung nicht nur deutlich einfacher geworden, Inhalte selbst online zu stellen, es ist auch der damit zusammenhängende oftmals umfassende Zeitfaktor [ich kann mich nicht auch noch darum kümmern, all das ins Internet zu stellen] ad acta gelegt: in nur wenigen Minuten sind neue, aktuelle Inhalte weltweit verfügbar; ohnehin [offline] verfasste Texte sind in Windeseile per copy & paste hochgeladen; Veränderungen, Ergänzungen und Anpassungen sind blitzschnell gemacht.

Es gibt noch viele andere Gründe, die für dynamische Webseiten sprechen, dieser erscheint mir jedoch aus Sicht derer, die ihre Webseite aus Marketing-Gründen betreiben, der relevanteste.